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Witold Pilecki
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Witold Pilecki ['vitÉld pi'leĘŚki], Decknamen: Roman Jezierski, Tomasz SerafiĹski, Druh und Witold (* 13. Mai 1901 in Olonez, Russisches Kaiserreich; â 25. Mai 1948 in Warschau, Polen), war ein Offizier in der Zweiten Polnischen Republik. Er grĂźndete während des Zweiten Weltkrieges die Widerstandsbewegung Tajna Armia Polska (dt. Geheime Polnische Armee) und war Mitglied der Armia Krajowa (dt. Heimatarmee). Als einziger bekannter Mensch ging er freiwillig in die Gefangenschaft des KZ Auschwitz. Dort organisierte er den Widerstand der Insassen und informierte bereits 1940 die westlichen Alliierten der Anti-Hitler-Koalition Ăźber die Gräueltaten der Nationalsozialisten im Lager. Er floh 1943 und nahm ein Jahr später am Warschauer Aufstand teil. 1948 verurteilte ihn ein Gericht der Volksrepublik Polen im Zuge der Stalinisierung Polens wegen Spionage zum Tod und lieĂ ihn kurz darauf hinrichten. Erst nach Ende des realsozialistischen Regimes wurde er rehabilitiert.
Contents
⢠Leben
⢠Auszeichnungen
⢠Werk
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Verweise
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Leben
FrĂźhes Leben und erste Kriegserfahrungen
Witold Pilecki wurde am 13. Mai 1901 in Olonez am Ufer des Ladogasees in Karelien geboren, wo seine Familie nach der Niederschlagung des Januaraufstandes von 1863 und 1864 durch die zaristischen BehĂśrden zwangsweise angesiedelt worden war. Sein GroĂvater JĂłzef Pilecki hatte wegen seiner Beteiligung am Aufstand sieben Jahre in der Verbannung in Sibirien verbracht. 1910 zog Pilecki mit seiner Familie nach Wilna, wo er seine Schulzeit abschloss und der damals geheimen Pfadfindergruppe ZwiÄ
zek Harcerstwa Polskiego (dt. Vereinigung polnischer Pfadfinder, kurz ZHP) beitrat. 1916 zog er ins zentralrussische Orjol, wo er eine Ăśrtliche Gruppe der ZHP grĂźndete.
Im Ersten Weltkrieg schloss sich Pilecki 1918 den polnischen Selbstverteidigungseinheiten in Wilna an und half unter der FĂźhrung von General WĹadysĹaw Wejtka, Waffen zu sammeln und die sich nach Kriegsende zurĂźckziehenden, demoralisierten deutschen Besatzungstruppen (vgl.: Ober Ost) zu entwaffnen. AnschlieĂend nahm er zwischen 1919 und 1920 am Polnisch-Sowjetischen Krieg teil. Beim Dienst unter Major Jerzy DÄ
browski kommandierte er eine Abteilung des ZHP. Als seine Einheit an der Front von der Roten Armee Ăźberrannt wurde, fĂźhrte sie eine Zeit lang Partisanenkämpfe hinter den feindlichen Linien. Pilecki trat später in die reguläre polnische Armee ein und kämpfte in einer Kavallerieeinheit bei der Verteidigung von Grodno. Am 5. August 1920 wurde er Mitglied des 211. Ulanenregimentes und kämpfte in der historischen Schlacht an der Weichsel sowie im RĹŤdninkai-Wald (pln. Puszcza Rudnicka), auĂerdem war er an der Befreiung von Wilna beteiligt. FĂźr seine Tapferkeit wurde er zweimal mit dem Kreuz der Tapferen (pln. KrzyĹź Walecznych) ausgezeichnet.
Nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg, der 1921 mit dem Frieden von Riga endete, absolvierte Pilecki sein Abitur in Wilna und wurde 1926 im Rang eines Kavallerie-Fähnrichs demobilisiert. In der Zeit zwischen den Kriegen arbeitete er auf dem Bauernhof seiner Familie in Sukurcze. Am 7. April 1931 heiratete er Maria Ostrowska (* 1906; â 6. Februar 2002). Sie hatten zwei Kinder, die in Wilna geboren wurden, Andrzej (* 16. Januar 1932) und Zofia (* 14. März 1933).
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges
Kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges am 26. August 1939 mobilisiert, war Pilecki in der an der Grenze zu OstpreuĂen aufmarschierten Armia Prusy als Kommandant einer Kavallerie-Kolonne der 19. Infanterie-Division eingesetzt. Seine Einheit war an den Kämpfen gegen die deutsche Invasion beteiligt und wurde teilweise aufgerieben. Pileckis Kolonne zog sich in sĂźdĂśstlicher Richtung nach Lemberg zurĂźck, wo sie mit der kurz zuvor aufgestellten 41. Infanterie-Division vereinigt wurde. Während des Krieges zerstĂśrten Pilecki und seine Männer sieben deutsche Panzer und schossen zwei Flugzeuge ab. Nachdem ab 17. September 1939 infolge des Hitler-Stalin-Paktes die Rote Armee das Ăśstliche Polen besetzt hatte, wurde Pileckis Einheit aufgelĂśst, und er kehrte mit seinem Major Jan WĹodarkiewicz ins deutsch besetzte Warschau zurĂźck.
Am 9. November 1939 grĂźndeten die beiden Männer die Tajna Armia Polska (dt. Geheime polnische Armee, kurz TAP), eine der ersten Untergrundorganisationen im vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Polen. Pilecki wurde zum organisatorischen Kommandanten und erweiterte die TAP Ăźber Warschau hinaus nach Siedlce, Radom, Lublin und andere GroĂstädte in Zentralpolen. 1940 verfĂźgte die TAP Ăźber rund 8.000 Männer (mehr als die Hälfte von ihnen bewaffnet), etwa 20 Maschinengewehre und diverse PanzerbĂźchsen. Später wurde die Organisation in die Armia Krajowa (pln. Heimatarmee, kurz AK) integriert und zum Kern der sogenannten Wachlarz-Einheit formiert.
Die Auschwitz-Kampagne: 945 Tage
1940 präsentierte Pilecki seinen Vorgesetzten den Plan, sich ins KZ Auschwitz I in OĹwiÄcim einschleusen zu lassen, aus dem Inneren Informationen Ăźber das Lager zu sammeln und den Widerstand der Insassen zu organisieren. Bisher wusste man wenig Ăźber die deutschen Aktivitäten im Lager, das man fĂźr ein Internierungslager oder ein groĂes Gefängnis hielt. Seine Vorgesetzten stimmten dem Plan zu und besorgten ihm einen falschen Pass mit dem Namen âTomasz SerafiĹskiâ. Am 19. September 1940 ging er freiwillig bei einer Razzia (pln. Ĺapanka) in Warschau auf die StraĂe und wurde zusammen mit 2.000 Zivilisten (darunter WĹadysĹaw Bartoszewski) von den Deutschen gefangen genommen. Nach zwei Tagen der Folter in einer Baracke der Wehrmacht wurden die Ăberlebenden ins KZ Auschwitz geschickt. Auf Pileckis Unterarm wurde die ihm zugewiesene Häftlingsnummer 4859 tätowiert. Beim Fotografieren des Häftlings wurden ihm zwei Zähne ausgeschlagen, weil er das Schild nicht zwischen den Zähnen hatte.cite-ref-1[1]
Während er in Auschwitz in verschiedenen Kommandos arbeitete und eine LungenentzĂźndung Ăźberlebte, organisierte er im Untergrund die Vereinigung militärischer Organisationen (pln. ZwiÄ
zek Organizacji Wojskowej, kurz ZOW). Zu den Aufgaben der ZOW gehĂśrte die Verbesserung der Moral der Insassen, die Versorgung mit Nachrichten von auĂen, die Beschaffung zusätzlicher Nahrung und Kleidung fĂźr die Mitglieder, die Errichtung von Nachrichtennetzwerken und Zugabteilungen, um das Lager bei einem Entlastungsangriff der AK, dem Abwurf von Waffen aus Flugzeugen oder einer Landung der in GroĂbritannien stationierten Ersten Polnischen Unabhängigen Fallschirmbrigade zu Ăźbernehmen.
1941 war die ZOW deutlich gewachsen. Zu den Mitgliedern gehĂśrten der Bildhauer Xawery Dunikowski und der dreimalige Teilnehmer an Olympischen Winterspielen BronisĹaw Czech. Die Mitglieder arbeiteten in der Lagerverwaltung der SS (Rachwalowa, Rodziewicz, Olszowka, Jakubski und Miciukiewicz), den Lagerhallen (Czardybun) und im sogenannten Sonderkommando, das die Leichen verbrannte (Dragon und Mandelbaum). Die Organisation besaĂ zudem einen Gerichtshof im Untergrund und Versorgungslinien nach auĂen. Dank der BĂźrger, die in der Nachbarschaft wohnten, erhielt sie regelmäĂig medizinische Hilfsmittel.
Die ZOW lieferte dem polnischen Untergrund Informationen ßber das Lager und die dortigen Aktivitäten der Deutschen. Viele kleinere Untergrundorganisationen in Auschwitz verbßndeten sich mit der ZOW. Im Herbst 1941 wurde Oberst Jan Karcz ins neu errichtete und nur wenige Kilometer entfernt liegende Vernichtungslager KZ Auschwitz-Birkenau gebracht, wo er den Aufbau der Strukturen der ZOW fortfßhrte. Im Frßhjahr 1942 hatte die Organisation mehr als 1000 Mitglieder in den meisten Teillagern, darunter Frauen, Tschechen und Juden. Die Insassen bauten einen Radioempfänger und versteckten ihn im Krankenhaus des Lagers.
Ab Oktober 1940 schickte die ZOW Berichte nach Warschau, und ab März 1941 wurden Pileckis Berichte Ăźber die polnische Widerstandsbewegung zur britischen Regierung in London geschickt. Pilecki hoffte, dass entweder die Alliierten Waffen oder Truppen ins Lager bringen wĂźrden oder dass die Heimatarmee einen Angriff von auĂen organisieren wĂźrde. 1943 erkannte er jedoch, dass keine derartigen Pläne existierten. In der Zwischenzeit verdoppelte die Gestapo ihre BemĂźhungen, Mitglieder der ZOW aufzuspĂźren. Pilecki entschied sich zur Flucht aus dem Lager, verbunden mit der Hoffnung, die AnfĂźhrer der Heimatarmee persĂśnlich davon zu Ăźberzeugen, dass ein Rettungsversuch eine Option sei. Als er zu einer Nachtschicht in der Lagerbäckerei auĂerhalb des Zauns eingeteilt wurde, Ăźberwältigte er mit zwei Kameraden die Wache, durchtrennte die Telefonleitung und floh mit Dokumenten, die er den Deutschen gestohlen hatte, in der Nacht vom 26. zum 27. April 1943. Im Fall ihrer Festnahme waren sie bereit, Cyanid zu schlucken, um zu verhindern, dass die Deutschen etwas von ihren Kenntnissen erfuhren. Nach einigen Tagen gelang ihnen mit der Hilfe der Ăśrtlichen BevĂślkerung die Flucht aus dem Gebiet, und sie nahmen Kontakt mit den Einheiten der Heimatarmee auf. Pilecki verfasste einen weiteren detaillierten Bericht Ăźber die Zustände in Auschwitz.
Er wurde am 11. November 1941 zum Oberleutnant befĂśrdert.
Der spätere SED-Kader Bruno Baum erwähnt Pilecki nur in der ersten Ausgabe seines Erlebnisberichts aus dem KZ von 1949, und zwar in herablassender Weise:
âGewiĂ gab es auch ab und an Schwierigkeiten, bedingt dadurch, daĂ manch polnischer Kavallerieleutnant, der im KZ saĂ, glaubte, die Befreiung Polens mĂźĂte von ihm kommen, sich hinsetzte, einen Plan ausarbeitete und nun versuchte, ihn auf alle mĂśglichen Arten durchzufĂźhren.â
Nach weiteren negativen ĂuĂerungen Ăźber die Londoner polnischen Exilkräfte insgesamt findet er noch einen versĂśhnenden Schluss: âEs gelang uns trotzdem, mit allen diesen Kräften zusammenzuarbeiten.âcite-ref-2[2]
Warschauer Aufstand
Am 25. August 1943 kam Pilecki in Warschau an und trat als Mitglied der Nachrichtenabteilung in die Heimatarmee ein. Letztere entschied nach dem Verlust mehrerer Funktionäre bei der Erforschung der Umgebung des Lagers, darunter der Cichociemni-Kommandant Stefan JasieĹski, dass sie ohne die Hilfe der Alliierten nicht stark genug sei, das Lager einzunehmen. Pileckis detaillierter Bericht (Raport Witolda) wurde nach London geschickt. Die britischen Autoritäten lehnten die UnterstĂźtzung aus der Luft fĂźr eine Operation, die den Insassen zur Flucht verhelfen sollte, ab. Ein Luftangriff wurde als zu riskant befunden, und die Berichte der Heimatarmee Ăźber die Gräueltaten der Nazis wurden als Ăbertreibungen eingeschätzt. So hatte Pilecki geschrieben: âWährend der ersten drei Jahre verschwanden in Auschwitz zwei Millionen Menschen, in den folgenden zwei Jahren drei Millionen.â
Pilecki wurde bald zum Hauptmann der Kavallerie (Rotmistrz) befĂśrdert und Mitglied der geheimen antikommunistischen Organisation NIE (pln. fĂźr âneinâ, sowie als AbkĂźrzung fĂźr NiepodlegĹoĹÄ âUnabhängigkeitâ), die innerhalb der Heimatarmee den Widerstand gegen eine bevorstehende sowjetische Besatzung vorbereiten sollte.
Als der Warschauer Aufstand am 1. August 1944 ausbrach, gehĂśrte Pilecki als Freiwilliger zur Chrobry-II-Gruppe. Zuerst kämpfte er im nĂśrdlichen Stadtzentrum, ohne seinen Rang zu offenbaren, als einfacher Soldat. Später enthĂźllte er seine wahre Identität und Ăźbernahm das Kommando der 2. Kompanie, die in der Towarowa- und der PaĹska-StraĂe kämpfte. Seine Kräfte hielten ein befestigtes Gebiet, das als âGroĂe Bastion von Warschauâ bezeichnet wurde. Es war eine der abgelegensten Partisanen-Schanzen und bereitete den deutschen Versorgungslinien deutliche Schwierigkeiten. Die Bastion hielt zwei Wochen lang den andauernden Angriffen der deutschen Infanterie und Panzer stand.
Nach der Kapitulation des Aufstandes versteckte Pilecki einen Waffenvorrat in einer privaten Wohnung und ergab sich am 5. Oktober 1944 der Wehrmacht. Er wurde nach Deutschland geschickt und im Internierungslager Lamsdorf, einem Kriegsgefangenenlager bei Lamsdorf in Schlesien, inhaftiert. Später wurde er nach Oflag VII A in Murnau am Staffelsee ĂźberfĂźhrt, wo er schlieĂlich am 28. April 1945 von Truppen der US 12th Armored Division befreit wurde.
Verfolgung und Ermordung im sowjetisch besetzten Polen
Pilecki verlieĂ Murnau am 11. Juli 1945 und wurde in die militärische Nachrichtenabteilung des Polnischen II. Korps unter General WĹadysĹaw Anders nach Ancona versetzt. Dort erhielt er den Befehl, heimlich eine groĂe Menge Geld ins sowjetisch besetzte Polen zu transportieren, aber die Operation wurde abgesagt. Im September 1945 befahl ihm Anders, nach Polen zurĂźckzukehren und Nachrichten fĂźr den Westen zu sammeln.
Er ging zurßck und setzte den Aufbau seines Nachrichtennetzwerkes fort, während er gleichzeitig eine Monografie ßber das KZ Auschwitz schrieb. Im Frßhjahr 1946 entschied die polnische Exilregierung jedoch, dass es in der politischen Situation nach dem Krieg keine Hoffnung auf die Befreiung Polens gebe, und befahl allen noch in den Wäldern befindlichen Partisanen, entweder in ihr bßrgerliches Leben zurßckzukehren oder in den Westen zu fliehen. Pilecki lehnte eine Ausreise ab und beschäftigte sich damit, die Partisanenverbände im Üstlichen Polen aufzulÜsen.
Im April 1947 begann er, Beweise fßr sowjetische Gräueltaten sowie die Verfolgung von Polen (vor allem Mitglieder der Heimatarmee und die aus dem Exil zurßckgekehrten Soldaten der Polnischen Streitkräfte im Westen) und ihre Hinrichtung oder Inhaftierung im sowjetischen Gulag zu sammeln.
Am 8. Mai 1947 wurde er selbst vom polnischen kommunistischen Geheimdienst UrzÄ
d BezpieczeĹstwa (dt. Sicherheitsamt) verhaftet. Vor der Gerichtsverhandlung wurde er wiederholt gefoltert, verriet aber keine geheimen Informationen und versuchte, andere Gefangene zu schĂźtzen. Am 3. März 1948 fand ein Schauprozess statt, bei dem viele, wahrscheinlich gefälschte Dokumente als Beweise herangezogen wurden. Beweise gegen Pilecki wurden vom späteren polnischen Premier JĂłzef Cyrankiewicz, selbst Auschwitz-Ăberlebender und mittlerweile AngehĂśriger der Nomenklatura des stalinisierten Polens, präsentiert. Pilecki wurde wegen Spionage fĂźr die westlichen Alliierten und General Anders angeklagt. Am 15. Mai wurde er mit drei Kameraden zum Tod verurteilt. Zehn Tage später wurde er im Gefängnis MokotĂłw hingerichtet. Seine Grabstätte wurde nie gefunden; er wurde vermutlich auf einer MĂźllkippe in der Nähe des PowÄ
zki-Friedhofs in Warschau begraben.
Bis 1989 wurden Informationen ßber Pileckis Taten und sein Schicksal vom kommunistischen Regime Polens unterdrßckt. Erst nach dessen Untergang wurde Pilecki am 1. Oktober 1990 rehabilitiert. Seine Verurteilung basierte nach allgemeiner Ansicht auf falschen Vorwßrfen und Beweisen und gehÜrte zur Verfolgung von Mitgliedern der Heimatarmee und anderen Verbßndeten der polnischen Exilregierung in London. Im Jahr 2003 wurden der Ankläger und einige andere Beteiligte des Prozesses wegen Mittäterschaft an Pileckis Ermordung verurteilt. Cyrankiewicz war bereits 1989 verstorben.
Am 6. September 2013 wurde Pilecki postum zum Oberst befĂśrdert.
Pilecki in der Erinnerungskultur
Das Gedenken an Pilecki spielt eine wichtige Rolle in der Erinnerungskultur Polens, wo er durch eine Reihe von Namensgebungen geehrt wurde:
⢠Rittmeister-Witold-Pilecki-Medaille, die hĂśchste Auszeichnung der Staatlichen Rittmeister-Witold-Pilecki-Hochschule OĹwiÄcim
⢠In Zabrze wurde 2008 der Pilecki-Park nach Pilecki benannt.
⢠In Polen sind zahlreiche StraĂen nach ihm benannt.cite-ref-5[5]
In Berlin wird seit 2023 mit einer Dauerausstellung im Pilecki-Institut am Pariser Platz an Pilecki erinnert.cite-ref-6[6]
Der franzĂśsische Comicautor GaĂŠtan Nocq widmete 2019 der Geschichte Pileckis die Graphic Novel Rapport W.
Filme:
⢠Adrian Hartrick, Dominika OĹźyĹska: The man who volunteered to be imprisoned in Auschwitz. BBC, 11-Minuten-Video, 2021.
⢠Mit dem Mut der Verzweiflung, Dokumentarfilm, ZDF, 2015.
Auszeichnungen
⢠Ritter des Ordens des WeiĂen Adlers (postum, 2006)
⢠Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta (postum, 1995)
⢠Ehrenbßrgerwßrde der Stadt Warschau (postum, 2009)
⢠Tapferkeitskreuz (Polen), zweimal verliehen
⢠Silbernes Verdienstkreuz der Republik Polen (1938)
⢠Verdienstkreuz fßr Mittellitauen
⢠Ehrenmedaille fßr den Krieg 1918-21
⢠Das Jahrzehnt zurßckgewonnener Unabhängigkeit
⢠Auschwitz-Kreuz (postum)
⢠Stern der Beharrlichkeit (postum)
Werk
⢠W P: The Auschwitz Volunteer: Beyond Bravery. Ăbers. Jarek Garlinski. Aquila Polonica, 2012, ISBN 978-1-60772-010-2, ISBN 978-1-60772-009-6 (seine Originalberichte in einer Ăbersetzung)
⢠Polnisches Original beim Polish Underground Movement Study Trust, London
⢠Deutsche Fassung: W P, Freiwillig nach Auschwitz. Die geheimen Aufzeichnungen des Häftlings Witold Pilecki Ăbers. aus dem Englischen Dagmar Mallett. Orell FĂźssli, ZĂźrich 2013, 256 S. ISBN 978-3-280-05511-3 (Rezension: Jochen August, in: Einsicht. Bulletin des Fritz-Bauer-Instituts. Nr. 11. Frankfurt, 2014 (FrĂźhjahr) ISSN 1868-4211 S. 79f.)
Literatur
⢠Edward Ciesielski: Wspomnienia OĹwiÄcimskie. [Auschwitz Memoiren] KrakĂłw 1968 (polnisch).
⢠Adam Cyra, WiesĹaw Jan Wysocki: Rotmistrz Witold Pilecki. Oficyna Wydawnicza VOLUMEN, 1997; ISBN 83-8685-727-7 (polnisch).
⢠Adam Cyra: Spadochroniarz Urban. OĹwiÄcim 2005 (polnisch)
⢠Adam Cyra: Ochotnik do Auschwitz: Witold Pilecki. ChrzeĹcijaĹskie Stowarzyszenie Rodzin OĹwiÄcimskich [Christliche Vereinigung Auschwitz-Familien], OĹwiÄcim [Auschwitz] 2000, ISBN 83-912000-3-5, ISBN 8391200043 (polnisch, 430 Seiten)
⢠Jack Fairweather: The Volunteer: The True Story of the Resistance Hero Who Infiltrated Auschwitz. WH Allen, London 2019. Auf Deutsch als:
Jack Fairweather: Der Freiwillige : Die wahre Geschichte des Widerstandskämpfers, der Auschwitz unterwanderte - Die erste umfassende Biografie ßber Witold Pilecki. btb Verlag, Mßnchen 2022, ISBN 978-3-641-27325-5.
⢠JĂłzef GarliĹski: Fighting Auschwitz. The Resistance Movement in the Concentration Camp. Fawcett, 1975; ISBN 0-449-22599-2 (englisch, Reprint: Time Life Education, 1993, ISBN 0-8094-8925-2).
⢠GaÊtan Nocq: Rapport W. Freiwillig in Auschwitz, Splitter-Verlag, Bielefeld, 2021, ISBN 978-3-96219-134-4.
⢠Wincenty Gawron, Hrsg.: Ochotnik do OĹwiÄcimia. [âFreiwilliger in Auschwitzâ] Calvarianum, Auschwitz Museum, OĹwiÄcim 1992, ISBN 8385047034 (polnisch, mit 280 Seiten).
⢠Jon E. Lewis: The Mammoth Book of True War Stories. Carroll & Graf Publishers, 1999, ISBN 0-7867-0629-5 Google Print, p.389+ (englisch).
⢠Konstanty Piekarski: Escaping Hell. The Story of a Polish Underground Officer in Auschwitz and Buchenwald. Dundurn Press, 1990, ISBN 1-55002-071-4 (englisch).
⢠WiesĹaw Jan Wysocki: Rotmistrz Pilecki. [âRittmeister Pileckiâ] Pomost 1994, ISBN 8-385-20942-5 (polnisch).
Weblinks
Commons
: Witold Pilecki
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Instytut PamiÄci Narodowej: Captain Pilecki. In: pilecki.ipn.gov.pl. 1. Juli 2013, abgerufen am 1. September 2019 (englisch).
⢠Pileckis Auschwitzbericht auf Deutsch online
⢠Widerstand in Auschwitz, Pileckis Rolle in polishresistance-ak.org
⢠Der Mann, der freiwillig ins KZ Auschwitz ging: Witold Pilecki. In: mdr.de, 20. Mai 2023
⢠Publikationen von und ßber Witold Pilecki im Bibliotheks- und Bibliographieportal / Herder-Institut (Marburg)
⢠Mathias Plßss: Freiwillig in Auschwitz. In: einestages, 10. Juni 2013.
⢠Knud von Harbou: Der Mann, der freiwillig in die HÜlle von Auschwitz ging. In: Sßddeutsche Zeitung vom 4. Februar 2014
⢠Freiwillig ins KZ. (Kurzßbersicht mit Fotografien Pileckis aus der Lagerkartei des KZ Auschwitz, aufgenommen von Wilhelm Brasse), In: Die Bilder der Toten, spiegel.de, 12. Januar 2015, Bild 6/17
Verweise
cite-note-11. â Witold Pilecki: Raport âWâ. Witold Pileckis Bericht aus Auschwitz (Ăbersetzung der polnischen Originalversion von Jan Skorup, April 2014). 27. April 2014 (wordpress.com).
cite-note-33. â Stephan Stach: Welche Geschichtspolitik darfâs denn sein, Herr Nachbar? Das Pilecki-Institut gilt als Yad Vashem Polens. Jetzt ist dort ein Streit ausgebrochen, der zeigt, wie unterschiedlich das Bild ist, das angesehene polnische Historiker von Deutschland haben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. September 2025, S. 12.
cite-note-44. â Jan Puhl: Pilecki-Institut zur polnischen Geschichte: ÂťDie Deutschen wissen fast nichtsÂŤ. Interview mit Hanna Radziejowska, Leiterin des Berliner Pilecki-Instituts. In: Der Spiegel. 30. April 2021, abgerufen am 30. April 2021.
cite-note-55. â Florian Hassel: WendemanĂśver fĂźr Polens StraĂen. Alleen, Plätze und BrĂźcken werden nach dem Willen der nationalkonservativen Regierung umbenannt. In: SĂźddeutsche Zeitung vom 2. Januar 2018, S. 6.
cite-note-66. â Unsere Dauerausstellung "Witold Pilecki. Im Widerstand gegen Hitler und Stalin". In: berlin.instytutpileckiego.pl. Instytut Pileckiego, abgerufen am 19. Oktober 2024.